Hotel Arnika Wellness

Die Geschichte vom Hotel Arnika Wellness in San Pellegrino Pass

 Ein ehrgeiziges Projekt: Die Tradition der Familie de Pellegrini


Renato de Pellegrini wurde am 5.5.1926 in Fuchiade in einer der ärmsten Familien Falcades geboren. Es war an einem sonnigen Morgen, die Mutter „pflegte“ die Wiesen in Fuchiade, als plötzlich, einen Monat zu früh, die Wehen einsetzten. Sie schloss sich in einer Berghütte ein und gebar ihren Sohn. Am Abend stieg sie langsam mit unserem Renato in der Schürze nach Falcade hinab. Sie lebte im Ortsteil „Le Fratte“ nördlich von Falcade Alto. Bereits als Kind trug Renato dazu bei, die Familie zu ernähren, indem er zu Beginn die Großmutter von Falcade nach Bozen begleitete, um dort um Almosen zu betteln, und später Lebensmittel von Falcade nach San Pellegrino brachte. Jedes Mal, wenn er über die Passebene kam, erzählte er seinen Freunden davon, dass er, wenn er groß sei, sein eigenes Hotel zwischen dem Hotel Monzoni und der Berghütte San Pellegrino eröffnen werde. Seine Freunde, die seine finanzielle Lage kannten, lachten ihn aus.

Im Jahre 1941 fand er dank des Interesses eines Freundes der Familie Arbeit als Laufbursche für eine Bäckerei am Brennerpass. Die Inhaberin war sehr streng und barsch. Eines „schönen“ Tages, an dem es in Strömen regnete, fiel Renato mit dem Fahrrad hin, wobei das Brot aus seinen beiden Körben auf die Erde purzelte. Aus Angst vor Hieben ließ er das Brot auf dem Boden liegen und floh mit dem alten Fahrrad bis nach Bozen, in der Hoffnung, dort eine neue Arbeitsstelle zu finden. Dort angekommen kam er in der Via Bottai an den Schaufenstern des berühmten Cavallino vorbei und sah die perfekt angezogenen Kellner, die die Gäste bedienten. In jenem Augenblick beschloss er, dass seine Zukunft genauso aussehen sollte.

Leider begann zu dieser Zeit der Krieg und Renato wurde, wie alle Jungen aus Falcade, Mitglied der faschistischen Jugendorganisation Balilla. So geschah es, dass er ein Jahr später mit der Wehrmacht in den Krieg zog. Als er aus dem Krieg zurückkam, wurde er in Le Fratte von den Partisanen abgefangen, die ihn zur unmittelbaren Erschießung verurteilten. Mit einer List und der Hilfe eines Freundes gelang es ihm, in den Wald zu flüchten. Die Partisanen folgten ihm, doch es gelang Renato, barfuß bis zum Vallespass zu fliehen. Der damalige Besitzer der Berghütte in Vals erkannte sofort die Lage und ließ sich sein Fahrrad „stehlen“. Renato brachte sich in Predazzo in Sicherheit, wo sich damals das Hauptdepot für Kriegsausrüstung befand. In Predazzo herrschte völliges Chaos, es waren noch Truppen der Wehrmacht, Faschisten und als Verräter geächtete Badoliani dort. Niemand wusste, was er tun sollte, nun, da der Krieg vorbei war. Dort machte Renato das erste große Geschäft seines Lebens. Er kaufte auf gut Glück einen Lastwagen voller Ziehharmonikas aus Porto Recanati, den er am darauffolgenden Tag in Bozen weiterverkaufte. Nachdem er seine Schuld beglichen hatte, kaufte sich Renato vom Gewinn einen roten Alfa Romeo Spider und fuhr mit ihm herum, als wäre er der reichste Mann der Welt - nur zwei Tage, nachdem er vor dem Exekutionskommando gestanden hatte.

Nach Kriegsende gab es kaum Arbeit, und so beschloss Renato, sein Glück in Frankreich zu versuchen und lernte Französisch. Da er ohne Pass unterwegs war, wurde er sofort festgenommen und mit Zwangsausweisung zurück nach Italien geschickt. Während der Zwangsrückreise nach Italien befanden sich auch einige französische Studenten im selben Wagon. Als diese von seinem Unglück hörten, sammelten sie Geld für ihn und kratzen so ein hübsches Sümmchen zusammen, sodass Renato, als der Zug in Ventimiglia hielt, ausstieg und bei Nizza wieder nach Frankreich zurückkehrte. Er arbeitete eine Zeit lang ohne Bezahlung in einem berühmten Restaurant und erhielt im Gegenzug von dessen Besitzer das Versprechen, dass dieser ihm die notwendigen Papiere besorgen würde, um in Frankreich bleiben zu können. Nachdem dies geschehen war und er legal in Frankreich bleiben konnte, nahm er eine Arbeitsstelle beim Inhaber der Firma Perrier Mineralwasser an. Das Schicksal wollte es, dass sich dessen Tochter in Renato verliebte. So nahm er eines Tages um vier Uhr nachts eine Fähre nach England. Dort arbeitete er einige Monate lang als Chauffeur für einen englischen Lord.

Dank der Empfehlungen des Inhabers des französischen Restaurants, der ein Freund des Besitzers des Grand Hotels Cristallo in Cortina d’Ampezzo war, kehrte Renato nach Italien zurück und wurde dort als stellvertretender Saalmeister eingestellt. Ein Jahr später übernahm er den Posten des Hotelverwalters. 1954 erhielt er jedoch ein Angebot, als Saalmeister im Restaurant des Grand Hotels Terme in Merano zu arbeiten, eine geringer qualifizierte Arbeitsstelle, die jedoch besser bezahlt war. Dort blieb er ein Jahr lang.

In Merano verliebte sich Renato in eine Grundschullehrerin, mit der er am 20. Juni 1954 in der kleinen Kirche in San Pellegrino den Bund der Ehe einging (15 geladene Gäste). Zu diesem Zeitpunkt beschloss Renato, sich selbstständig zu machen, und begann sein eigenes unternehmerisches Abenteuer. Zunächst eröffnete er eine Firma, die Fußböden verlegte, und importierte Linoleumböden und Kunststofffliesen aus Deutschland. Im gleichen Zeitraum eröffnete er ein Haushaltswarengeschäft in der Via delle Corse, das er nach einem Jahr wieder verkaufte. Im darauffolgenden Jahr erweiterte sich die Familie um Ivano, den ersten Sohn. 1958 schloss Renato einen Vertrag mit PurFina ab, mit welchem er die Leitung einer Tankstelle übernahm und ihm gleichzeitig ein Teil des Grundstückes kostenfrei abgetreten wurde, um dort eine Bar mit Restaurant zu bauen. 1959 wurde das zweite Kind, Renata, geboren. In diesem Jahr begann Renato, die Bar neben der Tankstelle zu bauen, die nach einer Änderung zu einem Hotel gemacht wurde. Das Hotel erhielt den Namen Arnika wie die orangefarbenen Margeriten, die im Frühling die Wiesen seines San Pellegrinos mit Farbtupfern übersäte. Mit dem Herzen blieb Renato jedoch mit seinen Bergen verbunden. 1962 vermietete er das Hotel Arnika in Merano und zog nach Fontanazzo, wo er das Hotel Antermoia mietete. Iva folgte ihrem Mann und begann so, in Fontanazzo in einer kleinen Schule mit einem einzigen Klassenzimmer mit 5 Klassen zu unterrichten. 1964 verließ Renato das Hotel Antermoia in Fontanazzo im Fassatal und übernahm die Leitung des Hotels Alpi in Campitello. 1965 erblickte das jüngste Kind von Iva und Renato das Licht der Welt: Igor. In diesem Jahr begann Renato mit dem Bau des aktuellen Hotels Arnika am San Pellegrino Pass. Weihnachten 1966 weihte Renato es offiziell ein. 1969 vermietete er es und kaufte gemeinsam mit seiner Frau in Moena die Pension Ambrosiana. 1973 kehrte Renato dann an den San Pellegrino Pass zurück und übernahm erneut das Hotel Arnika, während Iva ihre Lehrtätigkeit aufgab, um sich der Leitung der Pension Ambrosiana zu widmen. Renato wurde fünfmal Großvater: von Ivano mit Diego 1976, Giovanni 1980 und Manuela 1981, von Renata mit Michela 1981 und von Igor mit Davide 1993. 1980 überschrieb Renato die Rechte am Hotel Arnika auf seinen Sohn Ivano, der so seine Karriere in der Hotelbranche startete. 1989 kauften Vater und Sohn gemeinsam das Hotel San Marco, ebenfalls am San Pellegrino Pass, wo der Sohn Igor seine Karriere als Hotelier begann. 1999 wurde der Enkel Giovanni seinem Vater Ivano in der Leitung des Hotels an die Seite gestellt. Im Jahr 2000 zog Renato endgültig nach Moena, in die Pension Ambrosiana, zurück, die er vollkommen umstrukturierte und erweiterte, sodass sie zum heutigen Residence Ambrosiana wurde. Dieses leitete er bis zu seinem Tod am 8. März 2010.

2003 übernahm der Enkel Giovanni die Leitung des Hotels Arnika mit Unterstützung durch seinen Vater.

Renato, ein Mann mit einem großartigen Charakter, viel Demut und Entschlossenheit, hat unserer ganzen Familie die Chance gegeben, zu arbeiten und noch heute von dieser Arbeit profitieren zu können, die er so liebte. Danke Opa.

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